Abriss der Vereinschronig

aus der Broschüre zur Schützenhauseinweihung

Die Geschichte des Zimmerstutzen-Schützenverein Heidelheim reicht zurück bis in das letzte Jahrhundert. Leider existiren über die ersten Jahre keine Aufzeichnungen mehr. Sie wurden bei einem großen Brand im Jahre 1900 ein Raub der Flammen, vieles ging auch in den Wirren des Zweiten Weltkrieges verloren. Es ist jedoch ein im Jahre 1911 aufgenommenes Vereinsfoto vorhanden

Zimmerstutzen-Schützenverein Heidelheim 1911

hintere Reihe: Opel Adam, Kropf Hans, Baumann Georg, Müller Hans, Seidel Christian, Helgert Christoph, Schardt Adam
mittlere Reihe: Grießhammer Jakob, Rauber Georg, Friedel Karl, Lehrer Raither, Kuhn Martin, Adam Wolf, Kropf Anna
vordere Reihe: Gulden Emma, Georgi Margarethe, Volkmann Karl, Gollner Georg, Gollner Auguste, Friedel Lina
kniend: Gulden Johann, Opel Georg

Laut Aussage einer heute 86jährigen, in Heidelheim geborenen Frau, dokumentiert dieses Bild das 25jährige Vereinsjubiläum. Anhand der Ordensbänder, die die Jubilare tragen, lässt sich diese Vermutung durchaus stützen.
Ein weiteres Dokument aus der damaligen Zeit, das die Existenz des Vereins belegt, ist eine Festschrift aus dem Jahr 1929, in der der Schützenverein Heidelheim zu einer Gedenkfeier für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs einlud.
Als Schießstand diente schon damals das Anwesen Kropf. Im Sommer wurde im Hof geschossen, im Winter vom Saal aus ins Freie. Das von den Schützen verwendete Sportgerät war der Zimmerstutzen, worauf ja auch der Vereinsname hinweist.
Durch seine aktive Arbeit prägt der Schützenverein nicht nur das sportliche, sondern auch das kulturelle Leben in Heidelheim. Schon zur damaligen Zeit dachte man über den Bau eines eigenen Schiesshauses nach. Dies belegen Baupläne, die von der Firma Karl Thoma in Spielberg im Jahr 1929 erstellt wurden.
Mündlich überliefert sind die Namen der ehemaligen Vereinsvorsitzenden: Bis 1914 leitete Martin Friedel den Verein. Er wurde abgelöst vom damaligen Schulmeister Eichhorn, der den Verein bis 1924 leitete. Von 1924 bis 1930 lag das Amt in den Händen von Michael Schmidt, danach übernahm Ludwig Kauber diese verantwortliche Tätigkeit bis 1939.

Der Zweite Weltkrieg brachte das Vereinsleben vorläufig zum Erliegen. Viele von denen, die das Vereinsleben einst getragen hatten, kehrten nicht mehr heim.
Erst 1965 brachte die Erinnerung an den einst blühenden Verein einige beherzte Männer dazu, ihn wieder zum Leben zu erwecken.

Bei der Gründerversammlung am 6. Januar 1965 waren anwesend:

Erwin Baumann
Hans Baumann
Hans Baumann
Horst Böhme
Herbert Friedel
Hans Georgi
Oswald Georgi
Alfred Gollner
Ernst Groh
Clito Köppel
Bernahrd Kranz
Otto Krippner
Alfred Künzel
Adolf Kuhn
Heinrich Kuhn
Walter Kuhn
Erwin Kauber
Ludwig Kauber
Hans Reinel
Karl Reinel
Joachim Samel
Adam Seidel
Willi Sommerer
Emil Zimmermann

Zum Vorsitzenden wurde Herbert Friedel gewählt, der in folgenden sechs Jahre die Vereinsgeschäfte führte. Besonders verdient um den Wiederaufbau des Vereins machten sich die Gründungsmitglieder. Es musste völlig von vorn begonnen und erst einmal Geld für die notwendigsten Anschaffungen beigebracht werden. Nach einem Jahr hatte man es geschafft, zwei Vereinsluftgewehre zu erwerben und im Saal des Anwesens Kropf 3 Schießstände zu installieren. Da der Abstand zwischen den Wänden nicht ausreichte, musste man diagonal durch den Raum schießen.

Wie jeder Verein, so hatte auch unser Schützenverein das eine oder andere Tief zu überstehen. So musste unter anderem einige Zeit auf den Schießstand verzichtet werden und ein geregelter Betrieb konnte erst am 18. Januar 1972 wieder aufgenommen werden.

1972 wurde Joachim Samel zum Vorstand gewählt, der viele Jahre die Geschicke des Vereins leitete.

Das erste vereinsinterne Hauptschiessen wurde 1973 abgehalten. Hierbei wurden auch zum ersten Mal ein Schützenkönig ermittelt und eine Amtskette für den König angeschafft, die Otto Krippner mit den ersten Silbermünzen schmückte. Erster Träger dieser Kette, die mittlerweile schon einen beachtlichen Umfang angenommen hat, war Günther Böhme im Jahre 1973

Mit der nun ständig anwachsenden Mitgliederzahl wurde auch der Aufgabenbereich umfangreicher. Neue Ämter mussten geschaffen und besetzt werden. So wurde im Jahre 1973 der Jugendleiter eingeführt, dessen Aufgabe darin bestand, die Jugend des Vereins eingehen zu betreuen und die Jugendlichen der Umgebung näher an den Verein heranzuführen.

Im Jahre 1974 wurde der Saal, in dem geschossen wurde, wegen baulicher Mängel für öffentliche Veranstaltungen geschlossen.

Dank Hans Baumann, dem damaligen Pächter des Anwesens Kropf, konnte aber weiterhin im Saal trainiert werden. Nur so wurde es möglich, daß der Verein sich seit 1975 an den Rundenwettkämpfen in der Disziplin Luftgewehr beteiligen konnte.

Im Zuge der Eingemeindung zur Stadt Selb im Jahre 1978 wurde der Antrag auf den Erwerb des Grundstückes mit der Flurnummer 691 mit insgesamt 0,0746ha Baufläche gestellt. Dieser Antrag wurde vom Gemeinderat allerdings nur unter der Bedingung bewilligt, daß der Verein ein eingetragener Verein sein müsse. Auf Grund der kurzfristig Erworbenen Gemeinnützigkeit konnte der Grundstückskauf am 28. Dezember 1978 getätigt werden. Der entscheidende Schritt zu einem eigenen Schützenhaus war damit getan.

Mit großer Mehrheit wurde dann am 12. August 1980 in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der Bau eines eigenen Schützenhauses beschlossen. Grund war unter anderem der Kündigungsbescheid für den Schießstand. Dem Verein wurde der Schießstand nur noch vorübergehend zur Verfügung gestellt. Grund der Kündigung war die Baufälligkeit, sowie sicherheitstechnische Maßnahmen des Saales.

Der Bau des angestrebten Schützenheimes war natürlich mit erheblichen Kosten verbunden, Kosten, die ein Verein wie der unsere natürlich nicht ohne weiteres aufbringen konnte. Auch hier zeigte sich die Stadt Selb wieder sehr großzügig. Aus der stillgelegten Fabrik der Fa. Rausch und Pausch wurden uns zahlreiche Bauteile zur Abholung zur Verfügung gestellt. Da sich die Vereinsmitglieder und Freunde des Vereins entsprechend ihrer Fähigkeiten für den Abbau zur Verfügung stellten, konnte man mit einer erheblichen Kostendämpfung rechnen.

Im Juni 1981 wurden die ersten Pläne zum Neubau eines Schützenheims erstellt. Am Rande sei erwähnt, daß im gleichen Jahr Pläne aus dem Jahr 1929 auftauchten, die von der Firma Karl Thoma in Spielberg entworfen wurden. Dieses Schützenhaus sollte damals auf eben jenem Grundstück erbaut werden, auf dem heute unser neues Heim steht.

Nachdem 1984 alle notwendigen Zuschüsse bewilligt wurden, konnte mit dem Bau begonnen werden.

Mit großem Optimismus wurde am 20. Dezember 1984 der erste Spatenstich zum Bau unseres neuen Schützenheimes gemacht. Die Arbeiten gingen zügig voran, dank der tatkräftigen Unterstützung durch viele Vereinsmitglieder. Diese Leute haben sehr viel Idealismus gezeigt und einen Großteil ihrer Freizeit geopfert. Insgesamt 85 Vereinsmitglieder haben beim Bau kräftig Hand angelegt.

Am 01. August 1987 war es dann Vollbracht und das neue Vereinsheim konnte mit einem großen Festakt endlich eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben werden. Zu diesem Anlass waren zahlreiche Gäste und hochrangige Mitglieder des Schützenbundes anwesend um mit den Vereinsmitgliedern dieses Ereignis zu feiern.

Am 23. November 1997 legte Samel Joachim sein Amt nieder. Ab Januar 1998 war dann Friedel Albin neuer 1. Vorstand des Vereins. Er übergab seinen Posten ein Jahr später an Wunderlich Monika. Ab 2002 war Wegmann Jürgen der Vorstand, er Stand 2008 nicht mehr zur Wahl. Da kein neuer Vortand gefunden werden konnte stand der Verein kurz vor der drückenden Auflösung. Erst ein halbes Jahr später konnte eine Lösung gefunden werden. So sind ab Juli 2008 drei Personen gleichberechtigte Vorstände und teilen sich die Arbeit und Verantwortung in der Führung des Vereins. Dies waren Wolf Josef, Stöhr Thomas und Baumann Erwin. 2014 legte Baumann Erwin sein Amt auf Grund Zeitmangels nieder, Reinel Sven wurde daraufhin als Nachfolger gewählt.

Heute sind wir stolz auf das Ergebnis unserer Bemühungen und davon überzeugt, daß unser Verein einer erfolgreichen Zukunft entgegen blicken kann
 

Aus der Broschüre zur Einweihung des Schützenhauses
1987